
Porto Pollo nach Portovecchio

Die Fahrt auf den Sträßchen hier gleicht einem Tanz – der Straßenverlauf gibt den Rhythmus vor, die Maschine liefert die Musik, den Ausdruck liefert man selbst, zusammen mit dem Motorrad. Richtig schön wirds, wenn alles passt und harmonisch zusammenfließt – eine rhythmische Strecke (links zwei drei rechts zwei drei links zwei drei rechts zwei drei), mitteißende Tonfolge (runterschalten, Motorbremse, beschleunigen, hochschalten, drosseln, runterschalten, beschleunigen, hochschalten, der Boxer macht die Bremse überflüssig), dazu fließende, weiche Bewegungen bis hin zu den gefühlten physikalischen Grenzen. Ein Traum in Verbindung mit einer homogenen, griffigen Straßenoberfläche, was aber eher selten der Fall ist. Viele Störgrößen mitten in der Kurve beeinträchtigen das Vergnügen und machen Anpassungen notwendig: Schlaglöcher, Bodenwellen, tierische Hinterlassenschaften, Randstreifen aus Kiefernnadeln, Blättern oder ähnlichem. Ganz schlimm: Beige Sandfahnen in der Kurveninnenseite. Der Blick muss zwar weit voraus gehen, aber es empfiehlt sich, nichts davon zu übersehen, denn bestenfalls ist man nur etwas überrascht. Das Fokusieren auf diese eine Sache über Stunden und tausende Kurven macht es – jedenfalls für mich – zum unvergleichlichen Erlebnis.
